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Landkarten

Von Landkarten im heutigen Sinne kann man von den nachfolgenden Abbildungen kaum sprechen. Eine Darstellung der Umgebung von Erfurt als Ausschnitt der "Karte von Gotha 1750" von Schnabel zeigt in der Lage zu den dargestellten Ortschaften große Differenzen. Auch die Schreibweise ist im Vergleich zu heute abweichend.

Eine weitere grafische Darstellung von 1550 mit einem Ausschnitt um "Erford" zeigt eine noch ein-fachere Ausführung. "Gota" befindet sich am linken Rand des Ausschnitts und auch Salomonsborn fehlt hier.

Bei dieser Karte von Thüringen, von Halens 1573 gestochen, ist gegenüber heutigen Darstellungen Osten [Oriens] oben. Erfurt [Erfurdt] liegt in der Mitte und ist mit mehreren Türmen als größere Stadt dargestellt. Zur besseren Erkennbarkeit rechts ein Ausschnitt davon. 

 

 

 

 

 

 

 

 

Einige Namen sind den heutigen Ortsbezeichnungen schwer zuzuordnen. Aus der Karte "Amt Sachsenburg und Weissensee" von 1757 ist am unteren Rand dieser  Ausschnitt entnommen. Hier heißt der Ort Salemonsbrun. Roda und Hohenwinden haben kein Kreuz über dem Haussymbol, also keine Kirche im Ort. Hohenwinden war aber bereits seit 1318 wüst. 

Die heutigen topografischen Karten haben einen Zuschnitt, der auf dem Meßtischblatt aufbaut.

Als die preußische Armee genaue Karten forderte, haben Offiziere erstmals die zu Preußen gehörenden Länder und Provinzen mit modernen Vermessungsinstrumenten  aufgenommen. Diese Karten, bezeich-net als handkolorierte Feldoriginale, wurden in den Jahren 1852 bis 1857 erstellt und sind an den Brei-ten- und Längengraden orientiert. Zwecks Vervielfältigung wurden 25 Jahre später diese Karten durch Lithografien ersetzt. Nach 1871 wurde ein wesentlich genaueres Kartenwerk geschaffen. Diese sind als Meßtischblätter, genauer Urmeßtischblätter, bekannt.

Und hier hat sich für Salomonsborn ein Nachteil ergeben. Wer heute ein solches Meßtischblatt erwer-ben will, muss zwei kaufen; denn Salomonsborn ist in eine nördliche und in eine südliche Hälfte geteilt. Diese Unterteilung gilt bis heute, trotz Digitalisierung. Auf dem Blatt 340 von der Königl. Preuss. Landes Aufnahme, bezeichnet mit Andisleben, ist das Gebiet zwischen 51 bis 52 Grad nördl. Breite und 28 und 29 Grad östl. Länge erfasst. Die vermessungstechnische Aufnahme erfolgte 1853 vom Leutnant von Krohn im 27. Infanterieregiment. Das anschließende Blatt 356, bezeichnet mit Neu-Dietendorf, wurde im gleichen Jahr von zwei Personen, Hauptmann von Beckedorff im 2ten Sieger Batallion und Leutnant von Ragensky im 2ten Königs. Regiment aufgenommen und gezeichnet. Auf diesen Karten sind Längen und Höhen noch in preußischen Ruten angegeben. Erst bei späteren Aufnahmen wurde das metrische Sys-tem angewendet, die Teilung wurde jedoch beibehalten. Aus Blatt 356 wurde 2932 und heute 5031 mit der Bezeichnung Erfurt W; aus Blatt 340 wurde 2867 und heute 4931 Erfurt NW.

Die genannten Meßtischblätter und andere historische Kartenwerke können im Landesamt für Ver-messung und Geoinformation in der Hohenwindenstraße in Erfurt käuflich erworben werden.