Ihre Browserversion ist veraltet. Wir empfehlen, Ihren Browser auf die neueste Version zu aktualisieren.

Straßennamen und Dorfbach

Wie bereits angegeben, begannen die Hausnummern am Ortseingang zur rechten Seite. Wenn nun neben bestehenden Häuser bzw. Grundstücke weitere erschlossen und bebaut wurden, behalf man sich mit Kleinbuchstaben. Dabei erhielt z.B. das ursprüngliche Haus Nr. 16 die Nr. 16a und so fort. Straßen-namen kamen später auf. Mit der rapiden Vergrößerung des Ortes wurden neue Straßennamen benö-tigt und die Eingemeindung nach Erfurt 1994 erforderte weitere Umbenennungen. Die heutigen Straßennamen beziehen sich meistens auf Flurnamen der Salomonsborner Flur, und davon gibt es 87. Dazu gibt es ausführliche Informationen unter Landkarten/ Flur, Flurnamen, Wegesteine.

In der Muld - Die westlichste Straße im neuen Wohngebiet trägt, wie die meisten der neuen Straßen ei-nen Namen, der einer alten Flurbezeichnung entspricht. Daher auch die etwas verkürzte Schreibweise. Wo lag dieses Flurstück mag sich mancher fragen. Im Schlagverzeichnis zur ältesten Karte von Salo-monsborn heißt dieses Flurstück noch “Am Evangelium und in der Mulde“ und gehört zur Flur 4 von Sa-lomonsborn, genau wie alle Wohngrundstücke des Dorfes. Weil den Salomonsborner dieser Name zu lang war, wurde er später zu in der Muld verkürzt.

Im Gehege - Eine weitere Straße im westlichen neuen Wohngebiet. Ob hier früher wirklich ein Gehege vorhanden war ist unsicher, obwohl im Flurbuch zwei Bezeichnungen vorhanden sind, „Im Gehege“ und „Auf dem Gehege“. Jedoch im Schlagverzeichnis werden zwei weitere Namen aufgeführt, “Am Gehege“ und „Das Gehege“ und beide gehören ebenfalls zur Flur 4 von Salomonsborn.  

Zur Tiefthaler Grenze - Die nördlichste Straße im neuen Wohngebiet. Früher heißt dieses Flurstück noch “Auf dem Rode an der Tiefthaler Grenze“ und gehört zur Flur 1 von Salomonsborn. Weil den Salomons-bornern auch dieser Name zu lang war, wurde er später verkürzt. Die Salomonsborner waren eben schon immer sprachfaul.

Am Klosterberg - Im Schlagverzeichnis ist dieses Flurstück nicht mehr verzeichnet, jedoch im etwas älte-ren Flurbuch steht die entsprechende Bezeichnung „Am Klosterberge“. Das Flurstück gehört zur Flur 2 von Salomonsborn. Aus der räumlichen Entfernung zum Klosterberg wird der Name „am Klosterberg“ verständlich. Auch eine Verbindung zum Kloster Orfal bei Tiefthal ist dahingehend möglich, dass von diesem Flurstück oder Feld Abgaben an das Kloster zu leisten waren.

Herrenstraße - Diese Straße stellt die Verlängerung der ursprünglichen Dorfstraße in südlicher Richtung dar. Hier wurden die ersten Häuser in der geschützten Mulde in der „Herrengasse“ errichtet. Der südli-che Teil Richtung Bindersleben wurde damals als Bindersleber Weg bezeichnet, später erhielt er den Na-men „Waidanger“, weil hier die Waidmühle gestanden hat. Aus Waidanger wurde dann der „gemeine Anger“ oder auch Gemeindeanger. Mit der Eingemeindung 1994 nach Erfurt musste der Straßennahme Anger weichen und der gesamte Straßenzug erhielt den Namen Herrenstraße. Die heute bebaute Wegverbindung zur Straße in der Muld hat auch den Namen Herrenstraße erhalten, hieß aber früher Alacher Weg.

Am Lindenberg - hieß früher „Lindenplatz“, denn es wird ein Platz bezeichnet und keine Straße und wur-de trotzdem, ähnlich wie die anderen alten Straßennamen mit der Eingemeindung 1994 verändert. Hier befand sich zwischen den Linden der dörfliche Tanzplatz bis zur Mitte des vergangenen Jahrhunderts. Außerdem war es der Rodelberg der Dorfjugend im Winter. Einen ähnlichen Flurnamen gibt es nicht.

Lindersteig - Diese Straße im neuen Wohngebieten wurde nicht wie viele der neuen Straßen, mit einem Namen einer alten Flurbezeichnung versehen. Zumindest konnte ich keine entsprechende Namens-gleichheit in den insgesamt 87 Flurnamen des Salomonsborner Flurbuchs finden. Dafür gibt es aber einen "Lindergrund" und einen "Lindergarten" mit alten Obstbaumbestand.

Am Schanzberg - Diese Straße im Wohngebiet "In der Muld" trägt einen Namen, der keine Entsprechung bei den Flurnamen hat. Auf den preußischen Meßtischblättern wurde damals eine Höhe mit "Schanzkorb" verzeichnet, die heute als "Alacher Höhe" in den Karten ausgewiesen wird. Ob es eine Bezeichnung aus den kriegerischen Auseinandersetzungen der Schweden in diesem Gebiet war ist unsicher.  

Am Wetterkreuzchen -  Die Straße im neuen Wohngebiet trägt auch einen Namen, der einer alten Flur-bezeichnung entspricht. Im Schlagverzeichnis heißt dieses Flurstück “Beim Wetterkreuzchen“, jedoch im älteren Flurbuch „Am Wetterkreuzchen“ und gehört zur Flur 4 von Salomonsborn. Es ist mit der Klein-gartenanlage „Salomonsborner Höhe“ identisch. In der Marbacher Flur an einer Weggabelung zur Schwedenschanze steht heute wahrscheinlich unser Wetterkreuz. Warum in Marbach? Es wurde dorthin vor langer Zeit versetzt. Steine in der Flur

Hinterm Garten - Hier liegt eine Flurbezeichnung zugrunde, die auf die übliche Anordnung der Hausgär-ten hinter den bäuerlichen Gehöften Bezug nimmt.

Vor dem Dorf - Die Straßenbezeichnung und das Wohngebiet heißt vor dem Dorfe, ähnlich wie die ande-ren Flurbezeichnungen Überm Dorfe am Alacher Wege, Unterm Dorfe, Am Dorfe und Hinter dem Dorfe. Aber ein Flurstück des Namens vor dem Dorf gab und gibt es nicht.

Am Rosenborn - Das war ursprünglich die erste Dorfstraße im unteren Teil. Früher, im 17. Jahrhundert, hieß dieser Straßenzug „Am gemeinen Bache“. Damit war der Bach in der Gemeinde, der Dorfbach, ge-meint, der hier aber noch keinen Namen hat. Im Sprachgebrauch wurde das verkürzt zu im Bach oder Bachstraße. Der jetzt gewählte Straßenname bezieht sich auf die Quelle, die weiter abwärts erst ab hier dem Dorfbach seinen Namen gibt. Es gibt zwei Flurstücke „Beim Rosenborn“ und “Überm Rosenborn“. Diese Flurstücke gehören zur Flur 2 von Salomonsborn. 

Im Rosenthal - "Im Rosenthale“ lautet im Schlagverzeichnis eine Bezeichnung für ein Flurstück, dass un-mittelbar östlich an die beiden Rosenborn Flurstücke anschließt.

Dionysiusgasse -  Diese Straße im alten Ortskern trägt heute einen Straßennamen, der nach der Einge-meindung nach Erfurt erforderlich wurde. Vorher hieß sie „Erfurter Straße“ und weil es in den umliegen-den Dörfern gleichlautende Straßenbezeichnungen gab, so musste ein neuer Name gefunden werden. Der Namenspatron der Kirche gab jetzt der Straße den Namen. Aber neben der Straßenbezeichnung „Erfurter Straße“ gab es auch den Spottnamen „Dreckiger Strumpf“, weil die Befestigung der Straße noch nicht der heutigen entsprach, man kann auch sagen, es war festgefahrenes Erdreich, aber nur bis es regnete. Und damals hatten die Dorfbewohner noch Holzpantinen als Schuhwerk. Als Straße wurde sie vorher nicht bezeichnet, sondern als „Schulgasse“, denn sie begann an der Schule und war viel kürzer mit nur 5 Häusern und in den Verrechten wird von einem „Hauß und Hoff vor dem Dorfe“ gesprochen.

Am Linderkirchhofe - Im Schlagverzeichnis heißt dieses Flurstück noch “Am Linderkirchhofe und an der Ruhestätte“ und gehört zur Flur 2 von Salomonsborn. Weil den Salomonsbornern dieser Name zu lang war, wurde er später verkürzt. Im älteren Flurbuch heißt das gleiche Flurstück jedoch nur „An der Ruhe-stätte“. Früher, noch im letzten Jahrhundert, waren hier die Steinbrüche des Dorfes aufgeschlossen, in denen der zum Bau der Hauskeller benötigte Kalkstein gebrochen wurde. Dabei wurden nach Aussagen älterer Salomonsborner auch Knochen und Reste von Meerschaumpfeifen gefunden, die den Namen Ruhestätte bekräftigen.

Rodergarten - Es gibt zwei Flurbezeichnungen. Am Rodergarten in der Flur 4 und hinterm Rodergarten in der Flur 1. Im südlichen Teil befindet sich heute eine Kleingartenanlage, auf deren Stelle die Hühner-ställe der LPG einschließlich Freilauffläche waren.

Kronenburgstraße - Diese Straße im alten Dorfkern wurde als einzige bei der Eingemeindung 1994 nicht umbenannt und trägt einen Namen, der auch einer alten Flurbezeichnung entspricht. Jedoch wird im ältesten Verrechtsbuch von 1604 ein „Hauß der Fraw Gronenberg“ verzeichnet, aber noch ohne Straßen-bezeichnung. Davon könnte auch der Name des Flurstücks abgeleitet sein. Im Flurbuch heißt es kurz und knapp „Kronenburg“, im Schlagverzeichnis heißt dieses Flurstück jetzt “Dorflage“ und gehört zur Flur 4 von Salomonsborn, genau wie alle Wohngrundstücke des Dorfes. Der Sprachgebrauch der Salomons-borner veränderte diesen Namen zu „Kromberge“. Das kleinere Flurstück heißt „Am Gehöft“, vielleicht ist das Gehöft der Frau von Gronenberg gemeint? Eine weitere Besonderheit ist hier vorhanden. Etwa in Höhe des Eingangs des Wohnhauses des heute als "Kronenburghof" bezeichneten Vierseithofes verläuft der 51. Breitengrad nördlicher Breite. Dazu folgen weitere Angaben unter Landkarten.

Auf der Bärenburg - In den alten Verrechtsbüchern wird aber noch von Ackerflächen „uf der Beehren-burg“ gesprochen. Erst später heißt dieses Flurstück  „Auf der Bährenburg“ und gehört zur Flur 2 von Salomonsborn. Ob nun Bären oder Beeren, gleichwohl ist diese Bezeichnung keine für eine Burg, eher für einen Berg, besser einem Hügel.

Das Singerfeld - Im Flurbuch heißt es „Im Singerfeld“ und im Schlagverzeichnis „Das Singerfeld“. 

Sportplatzweg - Diese Wegeverbindung von der Straße"Im Rosenborn" zum Sportplatz hieß früher "Dorfgäßgen"oder einfacher, Gasse.

 

Das Modell für die Bebauung von Salomonsborn aus dem Jahr 1992 ist noch unvollstän-dig. Es fehlen die östlichen und südlichen Baugebiete "Im Rosental" und "Vor dem Dorf".

 

 

 

 

 

 

 

Damit bin ich mit meinen Erklärungen zu den Salomonsborner Straßennamen am Ende, möchte aber den Mitbürgern, die mit ihrem Straßennamen nicht zufrieden sind, andere Flurnamen nennen, mit denen sie schlechter bedient wären. So zum Beispiel:

Unterm Galgenhügel bei der kalten Else, im Essigkruge, am Fliegenberge, bei der Hundeheule über der weißen Hütte, beim Gericht, unterm Kirchhof, über der Streitecke, Lehmgrube oder beim Kaplanstück.

Und das war nur eine Auswahl. 

Der Dorfbach

Der Dorfbach entspringt oberhalb des Dorfes im Westen der Alacher Flur und hat keinen Namen; bis jetzt. Als tiefer meist trockener Graben zieht sich der Dorfbach bis in das Neubaugebiet "In der Muld". Hier fließt Schichtenwasser zu und bei der Einmündung in die "Herrenstraße" wird der Dorfbach un-sichtbar. Beginnend im Jahr 1930 begann die Dorfgemeinde in den offenen Graben Betonrohre zu legen. Damit wurde der Dorfbach "unsichtbar" und die Dorfstraße breiter. Vorbei am "Herrenbrunnen" und "Dorfbrunnen" wurde die Verrohrung weiter abwärts in der Bachstraße durchgeführt. Hinter dem Haus Nr. 24 und unmittelbar vor dem Haus Nr. 21 verläuft die Verrohrung und in den Jahren nach 1960 wurde die Verrohrung beendet. Zwischen den Häusern 16c und 16e tritt heute der Dorfbach wieder offen hervor.

Heute wird die Bachstraße als "Am Rosenborn" bezeichnet. Das ist unzutreffend, weil der Rosenborn, eine Quelle, erst  200m abwärts in den Dorfbach fließt. Diese Quelle wurde an die Gemeinde Gispersleben-Kiliani verkauft, wie in der Chronik berichtet wird:

Im Jahre 1884 ist der Rosenbrunnen im Bache, an die Gemeinde Gispersleben-Kiliani beufert, nach Anlegen einer Wasserleitung nach dort für den Preis von 4500 Mark verkauft worden. Das Kapital ist verliehen, und werden die Zinsen alljährlich im Dorfe verbaut. 

 

Heute ist die Quellfassung zerstört und auch der Bachlauf hat sich immer mehr eingetieft.  Dieses stark bewachsene und terassierte Flurstück wird als "Schalls Wiese" bezeichnet. Es ist eine mit Obst-bäumen, Zwetschgen und Süßkirschen, bestandene Streuobst-wiese, die seit 25 Jahren nicht mehr beweidet und gepflegt wird.

Starkregen in den vergangenen Jahren haben mehrfach zu Über-flutungen von Gehöften geführt, da die Rohrleitung die Wasser-mengen nicht fassen konnten. Besonders die Vergrößerung des Dorfes und die Zunahme von versiegelten Flächen haben wesent-lich dazu beigetragen, dass es "Hochwasser auf dem Berge" gab, wie die örtliche Presse verwundert berichtet hatte.

Ein "Stauraumkanal" soll das zukünftig verhindern und wurde von 2011 bis 2013 unterhalb des Dorfes errichtet. Heute ist davon kaum noch etwas zu sehen.