Ihre Browserversion ist veraltet. Wir empfehlen, Ihren Browser auf die neueste Version zu aktualisieren.

Das Dorf Salomonsborn

Ein Name, der Vermutungen zulässt. In den zugänglichen Urkunden und Schriftstücken sind die ver-schiedensten Schreibweisen zu finden. Eine Deutung ist unter der Ortsname zu finden. 

Das Dorf  im Umland der Stadt Erfurt liegt nordwestlich der heutigen Landeshauptstadt des Freistaates Thüringen und ist jetzt ein Ortsteil von Erfurt. Die unmittelbar das Dorf umgebenden Dörfer, Alach, Bindersleben, Marbach, Gispersleben und Tiefthal, sind heute ebenfalls Ortsteile. Ebenso wie die genannten Dörfer zusammen mit anderen wurden diese in den vergangenen Jahrhunderten als Vogtei, später als Amt, gemeinsam verwaltet und bildeten den Bergkreis.  

Die Wegeverbindungen waren, bedingt durch den Höhenunterschied zwischen den Dörfern des Erfurter Gebietes, entscheidend von Bedeutung für die Dorfentwicklung.

 

Ein sehr früher Plan des Dorfes könnte so ausgesehen haben.

 

Aus einer kleinen Ansiedlung am Bach entwickelte sich ein Dorf, über viele Jahre ohne nach-weisbares Wachstum. Die Aus-wirkungen der vielen kriegeri-schen Auseinandersetzungen und Streitigkeiten führten immer wie-der zu Zerstörungen und Ver-lusten an Vieh und Eigentum. Nachdem der Weinanbau und später auch die Kultur  von Waid zum Erliegen kam, wurde ver-stärkt Getreide und Obst ange-baut. Heute noch verweisen Flur-namen darauf.

 

Versuch zur Darstellung eines Dorfplanes nach den Verrechten von 1670.

Hier ist zu erkennen, beginnend von links unten, werden alle Gebäude fortlaufend gegen den Uhrzeiger-sinn mit einer Hausnummer versehen. Darunter die Kirche mit Nr. 6, die Schule mit Nr. 5, das Brau- und Schenkhaus mit Nr. 9 und das Backhaus mit Nr. 17 und davor befindet sich der Dorfbrunnen. Straßen-namen waren noch nicht im Gebrauch. In den Verrechten, einem Steuerregister, werden bereits Bezeichnungen wie "am Bache" und "Waidanger" benutzt. Einige Gebäude sind als Ruinen mit zerstörtem Dachstuhl oder nur mit wenigen Strichen dargestellt. Ein Ergebnis des dreißigjährigen Krieges. 

 

 

 

 

Der Dorfbach, an dem Siedlung entstand, entspringt westlich des Dorfes. Hier befindet sich auch die Wasserscheide zwischen Weser und Elbe. Nach Osten abfließende Gewässer münden in Gera, Unstrut, Saale und schließlich in die Elbe. Nach Westen fließen diese zuerst in die Nesse, Hörsel, Werra und spä-ter in die Weser. Die oftmals beträchtlichen Wassermengen bei stärkeren Niederschlägen führen dann zu "Hochwasser" auf dem Berge. Dieser Bach, zuerst als "Gemeiner Bach", "Dorfbach" oder nur "Bach" wird weiter östlich durch Wasser aus der Quelle des Rosenborn verstärkt und ab hier als Rosenborn bezeichnet. Dieser fließt in Gispersleben in die Gera. 

Ein weiterer Versuch zur Darstellung eines Dorfplanes nach Unterlagen von 1820.

 

Es sind weitere Wohnhäuser und Nebengebäude dazugekommen. Besonders die ab 1738 begonnene Kirche ist herausragend. Die Häuser sind noch einstöckig und meist mit Stroh gedeckt. Inzwischen ist das Brau- und Schenkhaus abgebrochen, dafür entstanden als Gemeindegebäude ein Spritzenhaus und an anderer Stelle ein Hirtenhaus sowie ein Backhaus.

 

Eine weitere Besonderheit von Salomonsborn stellt die Lage auf dem 51. Breitengrad nördlicher Breite dar, der den Ort in einen nördlichen und südlichen Teil trennt. Nicht wirklich, nur bei Landkarten, die auf den ersten Messtischblättern aufbauen. Hier muss man immer zwei Kartenblätter benutzen, damit das vollständige Kartenbild der Ortslage entsteht, wie hier im Aus-schnitt zu sehen ist.