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Sollten Sie alte Fotos, Postkarten oder andere Unterlagen mit Bezug auf Salomonsborn besitzen und diese mir zur Verfügung stellen, würde ich mich über eine Mitteilung freuen. 

Wegen Überarbeitung der Fotogalerien sind diese zur Zeit nicht einsehbar.

Auf einem der Flurzüge habe ich von einer Streitecke in der Salomonsborner Flur gesprochen. Wer mehr über diese Ecke wissen möchte, kann hier nachlesen.

In der Kirche fanden im Jahr 2014 weitere Bau- und Restaurierungsarbeiten statt. Dabei gab es einige Überraschungen. Beim Ausbau der Podeste der vorderen Bänke konnte unter einem Podest auf einem Brett eine Bleistiftschrift entdeckt werden. Sie lautet:

Nur einmal blüht im Jahr der Mohn und 12 mal im Jahr die Miete                                           Hochachtungsvoll Karl Syring aus Alach

 

Auch ein anderer Zimmermann, Hugo Berls aus Zimmernsupra, hatte sich mit Jahreszahl 1902 eingetra-gen.

Daraus ist abzuleiten, der Plattenbelag in der Kirche ist erst danach verlegt worden. Vorher hatte die Kirche einen Dielenfußboden, durch dessen Ritzen diverse Münzen gerutscht waren.

Das ist kein Deut wert

versteht man heute als „nichts“ wert. Doch zurück zum Anlass des Artikels. In der Kirche wurde der Fußboden im mittleren Bereich, wo die kleineren Bänke stehen, erneuert. Dazu wurden die Podeste unter diesen Bänken ausgebaut. Die Fußbodenplatten wurden aufgenommen und das Erdreich darunter ausgehoben. Herr Boelicke hatte bereits darüber berichtet. Das Thüringer Landesamt für Denkmalspflege hat dabei mehrere Münzen gefunden, darunter einen Deut, drei Heller und vier Pfennige.

Ein Deut war eine im 17. Jahrhundert gebräuchliche Kupfermünze in Geldern, den Niederlanden und Kleve. Die gefundene Münze stammt von 1697 aus Kleve. Weil sie jedoch einen geringeren Silbergehalt hatten, als die in den Niederlanden geprägten Münzen, wurden diese Münzen mit der Bemerkung „Das ist keinen Deut wert“ als geringwertig oft abgelehnt. Ein holländischer Deut hatte damals einen Wert von 1 1/12 deutschen Pfennigen.

Die gefundenen Heller waren in Hildburghausen und Meiningen in der Mitte des 18. Jahrhunderts im Gebrauch, meistens jedoch in Süd- und Westdeutschland. Ursprünglich hatte der Heller den gleichen Wert wie der Pfennig, wurde jedoch durch kaiserliches Edikt im Wert halbiert, womit sich die Wertigkeit 8 Heller = 4 Pfennig = 1 Kreuzer und 4 Kreuzer = 1 Batzen ergab. Und der Silbergehalt wurde immer weiter verringert und spätestens im 17. Jahrhundert war es eine Kupfermünze.

Heller und Batzen werden in einem bekannten Lied genannt:

            „Ein Heller und ein Batzen, die waren beide mein.

            Der Heller ward zu Wasser, der Batzen ward zu Wein.“

Und weil der kupferne Heller wenig Wert hatte, sagte man, „das ist keinen roten Heller wert“.

Und wie verhält es sich mit den gefundenen Pfennigen aus Preußen und dem Deutschen Reich? Der verhältnismäßig hohe Wert des Pfennigs  war im Alltag ein Problem. So wurde entweder die Münze zerschnitten oder mit dem Heller bezahlt. Insgesamt hatte der Fund einen Wert von etwas mehr als 6 1/2 Pfennigen. Dafür konnte man ein Maß gleich einem Liter Erfurter Bier, die sogenannte Schlunze kaufen.